Raupe des Mittleren Weinschwärmers von der Seite

Im Laub auf dem Boden im Buchenwald bewegt sich ganz unscheinbar eine dunkle Raupe. Obwohl sie recht groß ist (ca. 8 cm), muss ich genau hinschauen, um sie in zwischen den kleinen Ästen und Blättern zu entdecken. Auf den ersten Blick fallen jeweils zwei große Augenflecken auf beiden Seiten im vorderen Teil auf. Außerdem sind die vorderen Körpersegmente verdickt. Mit dem verdickten Körperteil und den Augenflecken sieht die Raupe wie eine kleine Schlange aus. Ich staune nicht schlecht, als sie sich auch noch wie eine Schlange bewegt: Ruckartig und schnell bewegt sie ihr Vorderteil mit den Augenflecken hin und her. Das auffällige Aussehen soll Fressfeinde abschrecken. Das Aussehen und die Art der Bewegung sind imposant.

Raupe des Mittleren Weinschwärmers ganz nah

Vorderteil der Raupe des Mittleren Weinschwärmers mit Augenflecken

Nach einer Weile sehe ich den kleinen Kopf der Raupe. Als sie sich über den Boden bewegt, sind ihre vorderen Körpersegmente in die Länge gezogen. Ich kann ihre winzigen Beine sehen. Auf dem Hinterende hat die Raupe ein kleines Horn.

Mit dem auffälligen Aussehen ist es nicht schwer herauszufinden, welche Raupe ich im Wald fotografiert habe: Es ist die Raupe des Mittleren Weinschwärmers. Ein Falter, der in der Dämmerung und nachts unterwegs ist und Blüten (z.B. von Baldrian, Weidenröschen, Springkraut oder Geißblatt) besucht, um Nektar zu saugen. An diese Nahrungspflanzen legt der Schwärmer auch seine Eier ab. Aus der Literatur erfahre ich, dass erwachsene Raupen einen dunklen Körper haben (junge Raupen sind grün) und auch am Tag aktiv sind. Sie verpuppen sich in lockeren Gespinsten am Boden. Ich vermute, dass die Raupe, die ich am späten Nachmittag im Wald beobachtet habe, sich bald verpuppen wird. Ein interessantes Tier, das ich noch nicht kannte.

Kopf der Raupe des Mittleren Weinschwärmers ganz nah