Gänseküken auf dem Gras

 „Oh, wie süß! Die Gänse haben Nachwuchs“. Es ist wunderschön, die kleine Familie der Kanadagänse auf einem der Teiche im Mündungsgebiet der Schwalm in die Eder zu beobachten. Zum Glück habe ich die Kamera mit dem großen Teleobjektiv im Rucksack bei mir. Schnell packe ich sie aus und setze mich auf den Boden. Der Gössel, wie der Nachwuchs bei den Gänsen auch bezeichnet wird, schwimmt in Begleitung immer in der Nähe der beiden Elterntiere. Sie haben ihr Küken und die Umgebung ständig im Blick.

Kanadagänse schwimmen mit ihrem Küken auf dem Teich

Kanadagänse sind die größten Wildgänse, die man bei uns in Deutschland beobachten kann. Wie der Name schon vermuten lässt, stammen sie ursprünglich aus Kanada. Die Gänse gehören zu den Neozoen (also zu Tieren, die sich bei uns angesiedelt haben, obwohl sie hier gar nicht zu Hause sind) und sind mittlerweile in Europa weit verbreitet. Sie bleiben das ganze Jahr über bei uns.
Normalerweise legt das Weibchen der Kanadagans 4-6 Eier. Diese Familie hatte nur ein Küken. Vielleicht waren die Wetterbedingungen in diesem Frühjahr nicht optimal für die Gänse oder der Nachwuchs ist Feinden zum Opfer gefallen. Die Teiche, in denen die Gänse hier leben, gehören zu einer Anlage von Fischteichen. Auch der Hecht, der in den Teichen lebt, zählt zu den Feinden, der sich die Jungvögel gerne holt. Die jungen Gänse sind Nestflüchter, nach Schlüpfen verlassen sie das Nest, können schwimmen und selbstständig fressen. Das Küken, das ich hier beobachte, ist erst wenige Wochen alt. Erst mit ca. 9 Wochen können die Jungtiere fliegen.

Kanadagans mit Küken am Ufer 

Kanadagänse mit Küken

Mit nickenden Kopfbewegungen weisen die Eltern dem Küken den Weg. Sehr zu meiner Freude verlassen sie den Teich und kommen mit ihrem Nachwuchs aus dem Wasser. Unter Beobachtung der Gänseeltern nähere ich mich sehr vorsichtig der Familie. Auf einen Angriff des ca. einen Meter großen Ganters lege ich keinen Wert. Natürlich möchte ich die Tiere aber auch nicht stören. Ich verstecke mich hinter den Bäumen und pirsche mich dicht an die Gänse heran. Das Küken steht noch sehr wackelig auf den Beinen, es frisst von dem Gras. Oft ruht es. Selten entfernt es sich weiter als zwei Meter von den Eltern. Einige wenige Male bekomme ich es auf den Füßen stehend zu Gesicht. Ein niedlicher Anblick, der mich fesselt und von ich nicht genug bekommen kann. Nach einiger Zeit verlässt die Gänsefamilie den Uferbereich und schwimmt wieder im Teich umher. Wie die Gänse verlasse ich diesen Ort aber in anderer Richtung.

Erste Schritte eines Kükens der Kanadagänse